HHN - Die KinderhilfsorganisationHHN  Human Help Network

Kinderhaushalte - eine soziale Realität

Als Human Help Network e.V. Anfang der 90er Jahre zum ersten Male in Ruanda half, hatte der Hügel in unserem Partnerland noch intakte soziale Strukturen und die Großfamilie war das Rückrad der ruandischen Gesellschaft. Straßenkinder, Kinder die auf sich selbst gestellt waren, gab es nur in den großen Städten, an Busbahnhöfen, auf dem Marktplatz, vor großen Hotels und an großen Verkehrskreuzungen.

Heute gibt es überall auf den Hügeln in Ruanda ein sichtbares Zeichen, dass diese sozialen Strukturen nicht mehr vorhanden sind. Und die Gründe, warum das so ist, sind vielfältig: die modernen Seuchen haben die Städte verlassen und erreichen ländliche Gegenden, der Genozid hat auch heute noch seine Spuren in Ruandas Gesellschaft hinterlassen. Die Leidtragenden sind die schwächsten Glieder gesellschaftlicher Systeme: Kinder!

Human Help Network e.V. unterstützt bereits seit längerer Zeit das Projekt St.-Boniface in Save bei der Arbeit mit armen und benachteiligten Kindern. Schwester Ingrid Janisch kümmert sich um Waisenkinder und Kinder aus sehr armen Verhältnissen.

Bei dieser Arbeit stellte Schwester Janisch immer häufiger fest, dass elternlose Kinder gemeinsam mit ihren Geschwistern auf immer mehr Hügeln leben. Rund um Save wurde das Problem so augenfällig, das Schwester Janisch uns in Mainz um Hilfe und Unterstützung bei diesem Problem bat. Gemeinsam mit unserer Büroleiterin in Ruanda, Frau Dr. Eva Biele, wird das Projekt Kinderhaushalte zu einem Schwerpunktthema für Human Help Network e.V. werden, das gezielt die Hilfe und Förderung für Kinderhaushalte im Südwesten Ruandas zum Ziel hat.

Das Projekt umfaßt drei Standorte:
SAVE (Lokaler Projektträger: St. Boniface; Verantwortliche: Frau Ingrid Janisch)
MBAZI (Lokaler Projektträger: Franziskaner; Verantwortlicher: Abbe Aimable Bizimungu)
GAKOMA (Lokaler Projektträger: Franziskaner; Verantwortlicher: Abbe Eduard Sinayobye)

Die allgemeinen Lebensumstände der Kinderfamilien vor allem in der sehr dicht besiedelten Region im Süden Ruandas sind erschreckend. Die ältesten Geschwister kümmern sich teilweise um bis zu fünf jüngere Geschwister, oft mit nur einem kleinen (zumeist unfruchtbarem Feld), einer winzigen, heruntergekommenen Hütte und kaum Hilfe durch die weitläufige Verwandtschaft.

Die Ernährung besteht oft nur aus Süßkartoffeln oder Maniok, selten Bohnen oder sonstige eiweißhaltige Lebensmittel. Unter- und Mangelernährung weisen fast alle Kinderfamilien auf. Diese schlechte Ernährungssituation ergibt sich einerseits aus der dichten Besiedlung (demographischer Druck) und der gleichzeitig vergleichbar geringen Fruchtbarkeit der Böden im Süden Ruandas.

Viele Kinder sind HIV-infiziert, haben aber keine Möglichkeit einer medizinischen Versorgung oder einer Information über die Krankheit.

Der Schulbesuch ist sporadisch oder wird häufig abgebrochen, wenn Arbeitskräfte zu Hause fehlen oder kranke Familienmitglieder versorgt werden müssen. Vor allem die Mädchen sind durch fehlenden Schulbesuch benachteiligt und aufgrund der Lebensumstände besonders gefährdet. Durch ungewollte Schwangerschaft oder HIV-Infektion wird die allgemeine Armut und die medizinische Situation weiter verschlimmert.

Und genau hier möchten wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern ansetzen:
Verbesserung der allgemeinen Lebensumstände, Förderung der Bildung, Verbesserung der medizinischen Versorgung und der Ernährung für die Kinderfamilien. Vorerst ist die Unterstützung für 100 Kinderhaushalte geplant, bei ca. fünf Kindern pro Haushalt erreicht das Projekt 500 Kinder.

Es sollen Gebühren für den Schulbesuch übernommen, aber auch bei der Bewältigung des Alltags (Nahrungsmittelhilfe, Bereitstellung von Kleidung, medizinische Versorgung) geholfen werden.

Die medizinische Versorgung und die Gesundheitsvorsorge generell für die Kinderfamilien müssen dringend verbessert, gar erst aufgebaut werden. Nicht ein einziger besuchter Kinderhaushalt hatte in den letzten 24 Monaten je einen Arzt gesehen oder besucht. Dabei sind es kleine Beträge, die hier schon helfen, einen ganzen Kinderhaushalt durchchecken zu lassen und mit den nötigsten Mitteln zu versorgen.

Unter dem Kennwort Kinderhaushalte können Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen.

← zurück

Termine

23.06.2009
Aktion Tagwerk 2009 - Dein Tag für Afrika Wir alle freuen uns auf eine weitere gute Aktion im kommenden Jahr
http://www.aktion-tagwerk.de
Spezial

Aktion Tagwerk Human Help Network Jahresbericht 2007 Pattaya Orphanage  - Ihre direkte Spende ! Don Bosco Network  HUMAN HELP NETWORK Volunteers Help Alliance Sri Lanka Rheinland-Pfalz Büro
Human Help Network e.V. • Walpodenstraße 10 • 55116 Mainz office@hhn.orgwww.hhn.org