Human Help Network in Thailand
Kampf gegen Kindesmissbrauch und Menschenhandel
Kambodscha, Laos und Thailand sind zu einem Hauptziel von Pädophilen geworden. Die Badeorte Pattaya in Thailand und Sihanukville in Kambodscha sind ein Dorado für Sextouristen. Aber auch die Grenzstädte Aranyaprathet auf der thailändischen Seite und Poipet auf der kambodschanischen Seite sowie die Hauptstadt von Laos, das beschauliche Vientiane am Mekong ziehen immer mehr Sextouristen an.
Prostitution hat immer mit Armut und Not zu tun. Die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten entlang der gemeinsamen Grenze der drei Länder ist von bitterer Armut betroffen. Die meisten der Kinder werden von den eigenen Eltern verkauft. Die Menschenhändler versprechen den Eltern eine Anstellung als Haushaltshilfe oder eine Ausbildung – das genügt gewöhnlich, um alle Zweifel zu zerstreuen. Wer nicht weis, wie er daheim alle satt bekommt, für den sind 4000 bis 5000 Bath (umgerechnet 90 bis 110 Euro) eine Menge Geld. Oft belassen es die Werber mit der Zahlung einer `Leihgebühr´ von 3000 Bath. Vielfach sehen die Eltern ihre Kinder nie wieder.
Das Maß an Verzweiflung und Erniedrigung ist unvorstellbar und wird genutzt von einer pädokriminellen Mafia, die die Situation der Kinder als ideales Terrain für ihr schmutziges Geschäft ansieht. Die westlichen Sextouristen sind nur die Spitze des Eisbergs. Vielfach kommen Sextouristen auch aus asiatischen Ländern, unter ihnen befinden sich die meisten Kinderschänder. Die Sexmafia hat sich längst auf ihre Kunden eingestellt. Sie hat ihr Geschäft von den Bars in der Innenstadt in diskrete Landhäuser verlegt. Dorthin kommt man nur auf Empfehlungen, die im Internet kursieren.
Durch den Aufbau eines länderübergreifenden Netzwerkes gemeinsamer Partner in Sihanukville (M`lap Tapong), Poipet (Don Bosco Children Fund), Vientiane und Pattaya (CPDC Human Help Network) haben wir 2008 begonnen, und werden mit ausgebildeten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter dem - oft organisierten - Verbrechen des Kindesmissbrauchs und der Kinderprostitution eine Bewegung entgegen setzen, die eng mit anderen Organisationen zusammen arbeitet. Unsere Mitarbeiter spähen die einschlägigen Bars und Landhäuser aus und alarmieren die Polizei, wenn sie Kinderschänder auf frischer Tat ertappen. Über 30 Verhaftungen von Kinderschändern sind alleine in Pattaya dokumentiert.
Das Regionalbüro von Human Help Network in Pattaya / Thailand hat seinen Sitz auf dem Gelände des Waisenhauses von Pattaya (Pattaya Orphanage) und entwickelt aktuell den Bau eines Kinderschutzzentrums (Child Protection and Development Center) nordöstlich von Pattaya mit einer Anlaufstelle im Stadtgebiet, einem sogenannten Drop-In-Centre.
Aufbau des dreistufiges Kinderschutzzentrums
Bei der Basisarbeit, dem „Streetwork“ im Stadtgebiet von Pattaya, wenden sich die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter (Fieldworker) jenen Kindern und Jugendlichen zu, die durch ihr soziales und besonders ihr familiäres Umfeld in die Prostitution abgerutscht sind oder in der Gefahr stehen, in die Prostitution abzurutschen. Die Mitarbeiter des CPDC bemühen sich unter Einsatz ihrer Gesundheit und ihres Lebens, diesen Kindern ein neues Zuhause zu geben (Stufe1).
Eine stetige Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter vor Ort ist Bestandteil der Arbeitsplatzbeschreibung. Die Streetworker sammeln auch immer wieder Informationen über die Aktivitäten der mafiaartig organisierten Pädokriminellen und stoßen Verhaftungen an.
Wenn ein Kind oder Jugendlicher sich entschließt, ein neues Leben anzufangen, dann beginnen diese ersten unsicheren Schritte in der zentralen Anlaufstelle (Drop-In) im Stadtgebiet, wo Sozialarbeiterinnen und Erzieher arbeiten. Was für uns selbstverständlich ist, müssen die Jungen und Mädchen erst neu lernen. Sie gewöhnen sich an einen regelmäßigen Tagesrhythmus, an ein konzentriertes Arbeiten über längere Zeitabschnitte, an die Versorgung mit den lebensnotwendigen Dingen (Stufe 2).
In dieser Stufe des Projektes machen die Mitarbeiter auch viele bedrückende Erfahrungen. Dort begreift man die Grausamkeit und die Schrecken des Verbrechens, wenn man immer wieder feststellt, dass der Albtraum für die Kinder nicht mit der Trennung von ihren Peinigern endet. Ein Teil der Kinder ist innerlich schon zu zerstört. Viele der missbrauchten Kinder schaffen es so gezeichnet nicht, sich dem Sog der Straße und ihrer scheinbaren Freiheit zu entziehen.
Wer es jedoch schafft, auf den wartet der Schritt in die letzte Stufe (Stufe 3):
Das Zentrum weit außerhalb der Stadt bietet Platz für bis zu 60 Kinder und Jugendliche und vermittelt Schutz, Geborgenheit und eine Grundschulausbildung. Darüber hinaus werden im Zentrum landwirtschaftliche Kurse für alle durchgeführt mit dem Ziel, in Rahmen einer non - formalen Ausbildung Fähigkeiten zum Anbau lokaler Gemüse und Obstsorten und deren Weiterverarbeitung zu erwerben. Dieses landwirtschaftliche Projekt innerhalb des Zentrums garantiert eine Basis - Selbstversorgung bei den Mahlzeiten.
Nach Abschluss der Grundschule werden weiterführende Schulen und Berufsschulen besucht, damit dieses Wissen später den Grundstein für ein selbst bestimmtes Leben außerhalb des Zentrums bildet
Zielgruppe des Kinderschutzzentrums in Pattaya
Die direkte Zielgruppe des Projekts sind heimatlose Kinder und Jugendliche in der Touristenhochburg Pattaya City, Chonburi Province, die bis heute wenig oder gar keinen Zugang zu einer normalen Entwicklung und schulischer Bildung hatten. Über 2.000 Kinder kommen jedes Jahr alleine aus den ärmeren Thai-Provinzen nach Pattaya. Viele von Ihnen sind Opfer von Menschenhandel aus Laos und Kambodscha.
An den meisten Kindern und Jugendlichen ist das harte Leben auf den Straßen Pattaya nicht spurlos vorbeigegangen. Sie haben Gewalt, Erniedrigung, Vertreibung und Hunger am eigenen Leib erlebt. Für sie ist Bildung und berufliche Ausbildung der Schlüssel zu einem besseren Leben und oftmals der einzige Weg aus Not und Armut.
Finden die Sozialarbeiter erst einmal Gehör, ist die Motivation der Kinder und Jugendlichen etwas zu lernen sehr groß. Wir wollen jährlich über 1.000 Kinder durch unsere „Outreach“ Aktivitäten und das Drop-In erreichen. Konkret können bis zu 60 Kinder und Jugendliche im CPDC (Kinderschutzzentrum) aufgenommen werden (bei einem jährlichen Umlauf von 300 Kindern im Projekt; für jährlich 135 Kinder dieser Zielgruppe kann eine Berufsausbildung vermittelt werden).
Ewald Dietrich – ehrenamtlicher Vorsitzender Human Help Network e.V.















