Not- und Katastrophenhilfe

- Don Bosco Schule (ENAM) in Port-Au-Prince nach dem Beben

- Tsunamikatastrophe auf Sri Lanka

- Notunterkünfte für Tsunamiopfer auf Sri Lanka
HHN unterstützt als Helfer der Salesianer Don Boscos Opfer von Naturkatastrophen oder Kriegen weltweit
Am Nachmittag des 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem furchtbaren Erdbeben erschüttert. Von einer Sekunde auf die andere hat sich an diesem Tag das Leben in dem Inselstaat für immer verändert. Die Hauptstadt Port-au-Prince wurde dem Erdboden gleichgemacht. Unzählige Menschen sind gestorben, tausende Kinder haben ihre Eltern verloren. Das Leid ist unvorstellbar. Wie viele Menschen dem Erdbeben von Port-au-Prince wirklich zum Opfer fielen, wird vermutlich nie geklärt werden können. Auch die Don Bosco Einrichtungen auf Haiti – Straßenkinderzentren, Schulen und Berufsbildungszentren – sind betroffen. „Die Arbeit, die wir seit über 60 Jahren in Port-au-Prince leisten, ist komplett zerstört. Wir müssen wieder bei Null anfangen“, berichtet Salesianerpater Lephene, Leiter des Strassenkinderzentrums Lakay.
Blicken wir zurück:
20 Jahre Human Help Network (HHN) bedeutet auch fast 20 Jahre Kooperation und Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos. Nachdem erste eigene Projekte in Ruanda und Thailand begonnen wurden, war bei HHN schnell klar, dass ein drittes eigenes Projekt logistisch nicht umzusetzen ist. Auf einem Seminar lernte Ewald Dietrich Pater Oerder von den Salesianern Don Boscos kennen und schätzen. Die Zusammenarbeit begann. Spenden aus Mainz halfen, Schulen zu bauen, Straßenkinderzentren zu finanzieren oder Kindern in großer Not zu unterstützen. 1999 erreichte ein Fax von Don Matheo sdb aus Tirana Albanien HHN in Mainz, das mitteilte, auf dem Hof der Salesianerschule in Tirana seien über 1500 Flüchtlinge des Kosovo Krieges angekommen und müssten versorgt werden (HHN hatte zwei Jahre zuvor bereits die neue Küche für die Schulspeisung finanziert). Im Rahmen einer großen Öffentlichkeitskampagne in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Zeitung Mainz und dem Netzwerk der Salesianer Don Boscos konnte HHN vier Monate lang 1500 Flüchtlingen auf dem Gelände der Schule das Überleben sichern.
Ruanda– Kosovo – Madagaskar – Nord-Indien – Kongo – Südostasien – SudanHaiti– Pakistan
Als im Jahr 2000 eine Flutkatastrophe Ostafrika heimsuchte, half HHN,erneut in Zusammenarbeit mit der Allgemeinen Zeitung (AZ) Mainz, mit der Finanzierung vondrei neuen, zentralen Brunnen in drei Salesianer-Gemeinden, um den Menschen vor Ort Zugang zu frischem Wasser nach der Katastrophe zu ermöglichen. In Nord-Indien gab es im Frühjahr 2001 ein verheerendes Erdbeben, das eine ganze Region vernichtete und viele Familien obdachlos machte. Viele Pfarreien und Projekte der Salesianer Don Boscos waren direkt betroffen und wieder konnten wir Mainzer helfen. Dank großzügiger Zelt- Spenden – auf Vermittlung der Allgemeinen Zeitung Mainz – und der erstmaligen Zusammenarbeit mit der HelpAlliance e. V. – Lufthanseaten helfen – wurden über 500 Winterzelte und viele wichtige Hilfsgüter durch die Lufthansa in das Erdbebengebiet zu den Salesianern transportiert. Dazu kam im selben Jahr die Hilfe für die Kinder im Salesianerzentrum in Goma (Dem. Rep. Kongo), welche nach dem Ausbruch des Vulkans Karisimbi im Virunga-Gebirge auf eine direkte Nothilfe angewiesen waren.
Weihnachten 2004 folgte die große Flutkatastrophe in Südostasien und unser mehr als dreieinhalb jähriges Engagement in der Tsunami Nothilfe begann. Auf Sri Lanka und Indien hatte HHN bereits mehrjährige Kontakte zu Salesianer-Einrichtungen und mit deren Hilfe engagierten wir uns in der Not- und Wiederaufbauhilfe. Die AZ sowie der Südwestrundfunk unterstützen uns mit Spendenaufrufen und aktueller Berichterstattung. Unser Engagement verteilte sich auf die Einrichtungen der Salesianer an den Küsten von Indien, Sri Lanka und Thailand. Der große Schwerpunkt lag in Sri Lanka, wo HHN auch für das Land, Rheinland- Pfalz auf Sri Lanka die Koordination der Tsunami Hilfe umzusetzte .
Im Jahr 2007 unterstützte uns die AZ mit der Aktion „Wasser ist Leben“ und finanzierte einen Wassertankwagen für die Einrichtungen der Salesianer Don Boscos in der Bürgerkriegsregion im Süden des Sudan. Dieser Wasserwagen wurde in Wau stationiert und fährt zwölfmal täglich zu Pfarrgemeinden, Krankenstationen und Salesianerschulen.
In Haiti und Pakistan wird der Wiederaufbau zur Herausforderung
Dank der AZ-Berichte über die Arbeit der Salesianer auf Haiti und die damit verbundenen Spendenaufrufe kann HHN den Menschen in den Salesianer-Einrichtungen in Port-au-Price helfen. Zwölf Lastwagen mit Hilfsgütern pendelten zwischen Santo Domingo und Port-au-Prince und brachten Wasser, Lebensmittel, Medikamente und Zelte in die beiden Don Bosco-Zentren in Petion-Ville und in Fleuriot sowie in das Berufsschulzentrum ENAM. Über 7000 Menschen haben hier in Zelten Zuflucht gefunden. „Ich freue mich sehr, dass unser Nothilfe-Netzwerk zwischen der Missionsprokur der Salesianer, Don Bosco Jugend Dritte Welt in Bonn und uns in Mainz so gut funktioniert“, so Dietrich, der auch Mitglied im Kuratorium der Salesianer Don Boscos ist. Als wichtige Maßnahme für überlebende Schüler und ihre Eltern in Port-au-Prince wurde eine Großküche wieder aufgebaut, die auch vor dem Erdbeben die Menschen im Salesianerzentrum und den Slums mit warmen Mahlzeiten versorgte. „Noch ist es ein Wunsch, aber auch an den Wiederaufbau der kleinen Schulen und des Ausbildungszentrums muss jetzt gedacht werden“, sagt Dietrich.
Der Mut und die Kraft der Salesianer sind ungebrochen. Ob in Haiti oder wie im Spätsommer 2010 in Pakistan,auch hier funktionierte das große Netzwerk des Hilfe wieder mit Mainzer Hilfe und für über 4.000 Flüchtlinge in Queta / Pakistan konnte das Leid in dieser schrecklichen Erdbeben-Katastrophe etwas abgemildert werden.
„Angst und Verzweiflung hat uns in den Tagen der Katastrophe fest im Griff, aber wir haben unser Lächeln nicht verlernt“, so Pater Lephene. Der Unterricht habe trotz der katastrophalen Lage wieder begonnen, berichtete er zwei Wochen nach dem Beben: Langsam werde aus dem provisorischen Unterricht wieder ein regelmäßiges Lernen, wenn auch vorerst in den Trümmern ihrer Einrichtungen.
Und auch die Hungersnot in Ostafrika im Spätsommer 2011, ist noch nicht überwunden. Zwar hat HHN dank überwältigender Hilfsbereitschaft seiner Spender schon über 100.000€ in die Region schicken können, um den Hunger zu mindern, dennoch ist die Not am Horn von Afrika noch nicht ausgestanden.
Es regnet jetzt, aber bis Feldfrüchte geerntet werden können, wird es mindestens März 2012 sein. Bis dahin sorgt der Regen nur für überschwemmte Straßen und verschlechterte hygienische Bedingungen, vor allem in den Flüchtlingslagern. Die lokalen Lebensmittelpreise haben Rekordhöhe erreicht. HHN sammelt noch immer Spenden für die hungerleidenden Menschen, vor allem Kinder. Ihr Leid hört nicht auf, nur weil es nicht mehr in den Abendnachrichten vokommt.



