Südafrika

- Schülerinnen des neuen Berufsbildungszentrums in Johannesburg, Ennerdale

- Kinder im Township Ennerdale

- Schreinerausbildung bei den Salesianer Don Bosco in Johannesburg
Bildungsprojekte in den Townships - Non-formale Projektarbeit bei den Scouts
Die Republik Südafrika an der Südspitze Afrikas ist eine regionale Wirtschaftsmacht. Trotz der sichtbaren Erfolge und der Aufwärtstendenz in Südafrika seit den Wahlen 1994 gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden dunkelhäutige Bürger auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als hellhäutige. Große Teile der Bevölkerung leben in Townships außerhalb der Städte. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung, der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist.
Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor groß. Während die reichen Einwohner des Landes, nach wie vor vorwiegend hellhäutige mittlerweile aber auch zunehmend dunkelhäutige Bürger, in abgeschlossenen Wohnsiedlungen leben, die oft von Zäunen und Sicherheitspersonal umgeben sind, wohnt die Mehrzahl der Armen, hauptsächlich dunkelhäutige Bürger, in den Townships und finden nur schwer Anschluss an die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten des südafrikanischen Staates. AIDS ist weiterhin ein Hauptproblem. Ein weiteres großes Problem ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestiert hat.
Deshalb setzen HHN und Aktion Tagwerk alles daran, gute Bildungsprojekte für benachteiligte, meist dunkelhäutige Kinder und Jugendliche in Südafrika zu unterstützen. In den kommenden Jahren werden wir uns an der Mitfinanzierung eines Berufsausbildungszentrums „Don Bosco Educational Center“ der Salesianer Don Bosco in Johannesburg – Ennerdale beteiligen. Dieses Zentrum wird einmal 700 Jugendliche in technischen Berufen wie Elektriker, Schweißer, Maurer, Mechaniker, Informatiker oder Sekretär ausbilden.
Jugendliche wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen
Ziel des Projekts ist es, den Jugendlichen in Johannesburg eine sehr gute Ausbildung zu geben, damit diese später den Eintritt ins Berufsleben schaffen. Die Jugendlichen im Zentrum stammen überwiegend aus Familien einfachster sozialer Schichten, die in Randgebieten leben, darunter sind viele von ihnen Analphabeten.
Projektleiter und Salesianerpater Robert Gore erklärt: „Die meisten Menschen in Ennerdale leben in ärmsten Verhältnissen. Rund die Hälfte der Bewohner ist jünger als 25 Jahre. Eine feste Arbeithaben nur die Wenigsten. Es mangelt an einer abgeschlossenen Schul- und Berufsbildung, weil es in den neuen Ansiedlungen oft keine Schule oder kein Ausbildungszentrum in erreichbarer Nähe gibt. Oftmals wird die Schule abgebrochen, weil sich die Jugendlichen um jüngere Geschwister kümmern müssen, wenn ihre Eltern an AIDS erkrankt oder verstorben sind.“
Den Salesianern Don Boscos als Projektpartner vor Ort ist darüber hinaus eine umfassende persönliche Bildung und Förderung der Jugendlichen wichtig. Dazu gehören neben Sport auch Theater oder Kurse im Anti-Gewalttraining und Aufklärungsunterricht. Musterbeispiel ist ihr Projekt „Life Choices“ in Kapstadt: An 26 Schulen der Stadt leisten Salesianer Don Boscos, Sozialarbeiter und jugendliche „Peer Educators“ Aufklärungsarbeit zum Thema Aids und helfen jährlich 26.000 jungen Menschen, durch Bildung ihr Leben zu verändern. „Diese Programme werden auch in Ennerdale als feste Ausbildungsteile eingeführt“, sagt Pater Robert.
Das zweite, von HHN und Aktion Tagwerk unterstütze Projekt in Südafrika liegt in der Provinz Mpumalanga und ist ein informales Bildungsprojekte. Partner sind hier die Scout Association of South Africa (SASA). Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Aids-Aufklärungsarbeit. Die Scouts bieten vielfältige non-formale Bildungs- und Ausbildungsseminare an, veranstalten Freizeitaktivitäten und helfen den Jugendlichen bei der Berufsorientierung. Die Anlaufstellen in Mpumalanga werden von rund 3.500 Kindern genutzt.



