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Der lange Weg zur Chancengleichheit

Die Republik Südafrika ist eine regionale Wirtschaftsmacht. Doch trotz der sichtbaren Erfolge seit der Abschaffung der Apartheid 1990 und den ersten freien Wahlen 1994 gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. Gewachsene gesellschaftliche Strukturen lösen sich nicht von heute auf morgen auf. Die menschenverachtende gesetzliche Rassentrennung der Apartheid-Jahre hatte die Menschen nach Hautfarbe getrennt – sowohl in ihren Köpfen, als auch geografisch. Dementsprechend waren auch die Schulen den jeweiligen Gegenden zugeordnet, in denen sie sich befanden. Die Gesetzgebung bis 1990 verordnete den Schulen für Schwarze, eine schlechtere Ausbildung zu vermitteln, mit weniger qualifizierten Lehrern. Auch wenn es das Gesetz seit über 20 Jahren nicht mehr gibt, so befinden sich diese Schulen doch noch in denselben Gegenden, und viele der alten, schlecht qualifizierten Lehrer unterrichten bis heute dort. Oft ist ihr Ruf schlecht, und ihr Abschluss kaum etwas wert. Dadurch, dass die Siedlungsstrukturen der Apartheid gerade erst ganz langsam beginnen, sich aufzulösen, sind „schwarze Schulen“ auch „schwarze Schulen“ geblieben. Die Bildungschancen für den Großteil schwarzer und farbiger Kinder und Jugendlicher sind noch immer schlecht.

 

Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor groß. Viele ehemalige Land- oder Minenarbeiter suchen mit ihren Familien ihr Glück in den Städten. Sie sind landlos und besitzen in vielen Fällen nichts. Um die Townships herum entstehen die sogenannten informellen Siedlungen, in denen die Menschen sich Hütten bauen aus allem, was sie finden.

 

Deshalb setzen HHN und Aktion Tagwerk alles daran, gute Bildungsprojekte für benachteiligte Jugendliche in Südafrika zu unterstützen. In den Jahren 2010-2012 haben wir uns an der Finanzierung des Baus des Berufsausbildungszentrums „Don Bosco Educational Center“ der Salesianer Don Boscos in Johannesburg – Ennerdale beteiligt. Bis heute werden hier Schweißer, Klempner, Schreiner, Maurer, Elektriker und Polsterer ausgebildet. Das Zentrum liegt zwischen dem Township Ennerdale und der informellen Siedlung Mountainview.

 

Jugendliche wollen ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen

Ziel des Projekts ist es, den Jugendlichen eine gute Ausbildung zu geben, damit diese später den Eintritt ins Berufsleben schaffen. Den Salesianern Don Boscos ist darüber hinaus eine umfassende persönliche Bildung und Förderung der Jugendlichen wichtig. Jeden Morgen ist die erste Unterrichtsstunde den „Life Skills“ gewidmet. Hier erlernen die Jugendlichen Fähigkeiten, die sie für die Jobsuche und für das Leben brauchen: von Selbstbewusstsein und –Motivation bis hin zum Verfassen eines Lebenslaufes.

 

Außerdem ist ein Partner von HHN und Aktion Tagwerk die Scout Association of South Africa (SASA). Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die HIV-Aufklärungsarbeit. Die Scouts bieten vielfältige non-formale Bildungs- und Ausbildungsseminare an, veranstalten Freizeitaktivitäten und helfen den Jugendlichen bei der Berufsorientierung.

Projektberichte:


Fotogalerie:

Human Help Network – Kinder im Township Ennerdale
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Unsere Partnerorganisationen: