HHN - Die KinderhilfsorganisationHHN  Human Help Network

Ein Lagebericht aus Butare / Rwanda

Malaria ist die gefährlichste Seuche Afrikas

Schon Albert Schweitzer warnte in seinen Briefen vor der massiven Ausbreitung der Malaria in Afrika. Wie wenig dagegen getan werde, "macht uns fast verzagt", notierte der Arzt 1914 in seinem Urwaldhospital in Lambarene im westlichen Gabun. Auch 95 Jahre später macht die Malaria seinen Nachfolgern im ganzen Kontinent meisten zu schaffen. Malaria ist eine Seuche, die die Kindern kaum eine Chance zum Überleben lässt. Ein Lagebericht aus Rwanda.

Jeden Tag sterben nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation weltweit mehr als 3000 Menschen an Malaria. "90 Prozent davon sind Kinder in Afrika", sagt Dr. Eva Biele, Länderkoordinatorin von HHN in Rwanda. Die Beauftragte von Human Help Network weiß aus eigener Erfahrung, mit welchen Problemen die Helfer vor Ort zu kämpfen haben. "Für die Kinder kommt oft jede Hilfe zu spät. In ihren abgelegenen Dörfern werden sie - wenn überhaupt — immer noch mit herkömmlichen Chlorochin-Präparaten behandelt. Doch dagegen sind die Malaria-Stämme in Rwanda mittlerweile so gut wie immun - wie in vielen anderen Gebieten Afrikas."

Politische Faktoren begünstigen die Ausbreitung

Die Situation in Rwanda ist typisch für den gesamten Kontinent. Malaria ist in ganz Afrika auf dem Vormarsch. Wirtschaftliche und politische Faktoren begünstigen die Ausbreitung der Krankheit. Sie ist "verbunden mit Aktivitäten wie dem Straßenbau, dem Bergbau, der Rodung von Wäldern und neuen landwirtschaftlichen und Bewässerungsprojekten", heißt es in einem WHO-Papier. Noch stärker tragen "der Zusammenbruch ganzer Gesundheitssysteme, bewaffnete Konflikte und Massenbewegungen von Flüchtlingen zur Verschlimmerung der Malaria Situation bei". Zudem fehlt es Regierungen nicht selten am politischen Willen, ihre Bevölkerung durch stärkere eigene Anstrengungen von der tödlichen Seuche zu befreien. Malaria ist eine unspektakuläre Krankheit, lange Zeit nahezu unbeachtet vom Rest der Welt. Bezeichnend hierfür war das Verbot des Insektenbekämpfungsmittels DDT. Wegen seiner unbestritten vorhandenen Nebenwirkungen war es auf Druck der westlichen Welt verboten worden. Doch in Afrika und Asien war es das einzige effektive Mittel zur Eindämmung der Malaria und rettete Hunderttausenden das Leben. Eine wirksame Alternative wurde ihnen nicht geboten.

Aussicht auf Heilung gibt es nur bei schneller Hilfe

Es ist schwierig, erkrankte Patienten in den Kinderhaushalten frühzeitig zu erreichen. Aussicht auf Heilung besteht jedoch nur, wenn sie rechtzeitig in einem Krankenhaus behandelt werden können. "Kindern lässt die Krankheit sonst kaum eine Chance zum Überleben", sagt Dr. Biele.

Deshalb werben wir um Spenden zum Kauf von imprägnierten Mosiktonetzen und für die direkte Malariabehandlung in Krankenhäusern.

"Die benötigen Medikamente für ein krankes Kind kosten nur wenige Euro. Bitte helfen Sie uns!"

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23.06.2009
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