Ruanda

- Schulkinder in Vumbi

- Berufsbildungszentrum Gatenga der Salesianer Don Boscos in Kigali

- Kinderhaushalt in Nyabitimbo

- Junge Mütter Projekt in Tumba
Gelernt wird im Schichtbetrieb
Ruanda ist ein dicht bevölkerter Binnenstaat in Ostafrika. Er grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania. Wegen seiner in weiten Teilen hügeligen Landschaft wird Ruanda auch „Land der tausend Hügel“ genannt.
Nicht zuletzt wegen der Konflikte zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi – die im Völkermord an den Tutsi 1994 gipfelten – zählt das Land zu den ärmsten in Afrika, obgleich in den letzten Jahren Fortschritte zu verzeichnen waren.
Ruanda ist aber auch seit 1984 das Partnerland von Rheinland-Pfalz und aus diesem Grund das Hauptprojektland der Kinderhilfsorganisation Human Help Network e.V., die in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz ihren Sitz hat.
Seit 1990 finanziert Human Help Network Bildungsprojekte in Ruanda. Der Schwerpunkt der Projektarbeit liegt im Süden des Landes, Schulbauprojekte werden aber - ganz nach dem Ziel einer flächendeckenden Schulansiedlung in Ruanda – landesweit umgesetzt. Denn Bildung ist nach wie vor die wichtigste Voraussetzung, um langfristig einen guten Beruf zu erlangen.
Deshalb werden in Ruanda weiterhin Schulen gebaut, bestehende Schulen um zusätzliche Klassenzimmer erweitert bzw. alte Gebäude renoviert. Auf der aktuellen Liste stehen vier Bauprojekte. Ein Neubau einer Sekundarschule in Rutonyi Busjo ist in diesem Jahr dabei. Weitere Bauprojekte sind Schulerweiterungen auf Grund des neuen Schulsystems in Ruanda. Diese neue System basiert auf einer Primär- und einer Sekundarschule, die jeweils 6 Jahre dauert.
Im Süden Ruandas werden jährlich rund 1.819 Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern leben, sogenannte Kinderfamilien, unterstützt. HHN und Aktion Tagwerk übernehmen die Kosten für die Krankenversicherung und ermöglichen den jüngeren Kindern den Grundschulbesuch. Schwerpunkt der Förderung ist zurzeit die landwirtschaftliche Ausbildung der Kinderfamilien.
Wir fördern den Aufbau von zwei Kooperativen von insgesamt ca. 60 alleinerziehenden Müttern im Süden von Ruanda. Die eine Kooperative produziert Backsteinziegel, die andere Bienenhonig.
Rheinland-Pfälzer Schulen aktiv bei Aktion Tagwerk
Ein weiteres großes Arbeitsfeld sind die Schulpartnerschaften. HHN und Aktion Tagwerk unterstützen mit dem Erlös der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ jährlich über 150 direkte Schulpartnerschaften im Rahmen der rheinland-pfälzisch-ruandischen Partnerschaft.
Bereits 1994 nach dem Genozid hat HHN mitgeholfen, das große Berufsbildungszentrum Gatenga der Salesianer Don Boscos in Kigali mit aufzubauen. Diese Partnerschaft besteht noch heute; bietet doch gerade dieses Projekt die Grundlage für eine qualifizierte Berufsausbildung in den Berufsfeldern Schlosser, Maurer, Elektriker, Schreiner, Schneider Schweißer, Mechaniker, ICT und Sekretär. Daneben erhalten die Kinder aus Gatenga eine umfassende Grund- und Sekundarschulausbildung. HHN finanziert heute aus Mitteln von Aktion Tagwerk die täglichen Mahlzeiten für Internatsschüler.
Der spürbare Umbruch und Aufschwung in der Hauptstadt Kigali in Ruanda fordert auch seine Opfer. Wir stellen immer häufiger fest, dass wieder vermehrt Kinder auf den Straßen landen und versuchen, sich mit Kleinkriminalität oder einfach Jobs auf dem Markt oder am Bußbahnhof durchzuschlagen. Deshalb sehen wir es als zwingend nötig an, die pädagogische und praktische Arbeit des Straßenkinderprojektes Enfants de Dieu in Kigali (Distrikt Gasabo) über die Aktion Tagwerk zu finanzieren. Aktuell konnten wir Dank einer Zuwendung des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Bau eines Verwaltungs- und Multifunktionsbaues beginnen.
Bei allen Bauprojekten in Ruanda kooperieren wir mit dem Koordinationsbüro der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda. Alle Bauprojekte werden mit einer anteiligen Landeszuwendung umgesetzt.



