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Trotz El Niño-Effekt: Mehr Ernte für Familien in Huye

01.10.2026 – Während extreme Wetterbedingungen in vielen Teilen Ostafrikas Ernten bedrohten, konnten 133 Frauen in drei Kooperativen im ruandischen Distrikt Huye ihre Ernteerträge steigern. Davon profitieren vor allem ihre Kinder.

Trotz El Niño-Effekt: Mehr Ernte für Familien in Huye

Die Auswirkungen von El Niño stellten viele Familien in Ostafrika in den vergangenen Monaten vor große Herausforderungen. Unregelmäßige Niederschläge, Überschwemmungen und Trockenperioden führten in zahlreichen Regionen zu Ernteausfällen und Einkommensverlusten. Gerade für Familien, die von kleinbäuerlicher Landwirtschaft leben, können solche Entwicklungen existenzielle Folgen haben.

Wenn Ernten ausfallen, trifft dies häufig zuerst die Kinder. Schulkosten können nicht mehr bezahlt werden, medizinische Behandlungen werden aufgeschoben und die Ernährung der Familie verschlechtert sich. Kinderschutz beginnt deshalb oft nicht erst dann, wenn Probleme sichtbar werden, sondern bereits dort, wo Familien gestärkt werden, Krisen aus eigener Kraft bewältigen zu können.

Genau hier setzen HUMAN HELP NETWORK e.V. (HHN) und die lokale Partnerorganisation Strive Foundation Rwanda (SFR) an. Im Distrikt Huye begleitet SFR drei Frauenkooperativen dabei, ihre wirtschaftliche Situation langfristig zu verbessern und gleichzeitig die Lebensbedingungen ihrer Familien zu stärken. Eine Sozialarbeiterin und ein Agronom arbeiten gemeinsam mit den Frauen daran, Einkommen zu sichern, Selbstwirksamkeit zu fördern und neue Perspektiven für ihre Kinder zu schaffen.

Der Agronomen stellt die Anbaumethoden der Kooperativen und Haushalte schrittweise auf moderne ökologische Bewirtschaftung um. Gleichzeitig wurde die Wasserversorgung der Felder verbessert. Die Kooperative AMAHORO erhielt eine Solarpumpe, bei DUSANGABANDIMWITERAMBERE wurden Bachläufe kanalisiert und kleine Staubecken angelegt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Wie wichtig diese Investitionen sind, zeigte sich während der vergangenen Anbausaison besonders deutlich. Während viele Betriebe in Ostafrika unter den Auswirkungen von El Niño litten, konnten die drei Kooperativen in Huye ihre Erträge gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent steigern. Die verbesserte Wasserversorgung und die fachliche Begleitung durch SFR erwiesen sich dabei als entscheidende Faktoren.

133 Frauen bewirtschaften in den drei Kooperativen insgesamt 7,5 Hektar Anbaufläche mit Karotten, Mais und Reis. Die Ernte erwirtschaftete nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von rund 13,86 Millionen Ruandischen Francs (RWF), im Schnitt rund 104.000 RWF (umgerechnet knapp 62 Euro) pro Frau. Für viele der beteiligten Frauen bedeutet dies ein zusätzliches Einkommen. Damit entstehen neue Möglichkeiten, die Grundbedürfnisse ihrer Familien eigenständig zu sichern und die Entwicklung ihrer Kinder zu fördern.

Wie unterschiedlich sich die Anbaumethoden auswirken, zeigt der Vergleich zwischen den Kooperativen. Denn die Karotten von AMAHORO erzielten pro Hektar die höchsten Erträge der drei Kooperativen, während beim Mais von DUSANGABANDIMWITERAMBERE hohe Produktionskosten den Gewinn spürbar schmälerten. Für SFR ist das ein wichtiger Ansatzpunkt, um gemeinsam mit den Frauen zu entscheiden, wo sich eine Umstellung lohnt, damit am Ende mehr für die Familien übrig bleibt.

Damit die zusätzlichen Einnahmen den Familien langfristig zugutekommen, begleitet die Sozialarbeiterin von SFR die Frauen außerdem mit Schulungen zu Finanzkompetenz und einkommensschaffenden Maßnahmen. Ziel ist es, einen Teil der Erlöse gezielt in weitere Einkommensquellen wie Kleintierhaltung oder kleine Handelsaktivitäten zu investieren. So entstehen zusätzliche finanzielle Sicherheiten, die Familien auch dann stabilisieren können, wenn eine Ernte einmal schlechter ausfällt.

Die Kooperativen sind deshalb weit mehr als ein landwirtschaftliches Projekt. Sie verbinden ökologische Landwirtschaft, psychosoziale Unterstützung und gemeinschaftliches Handeln. So werden Familien dabei unterstützt, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder dauerhaft selbst zu sichern und ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern.

Die Förderung der Kooperativen ist Teil des Schwerpunkts Schutz von HHN und SFR. Denn wo Familien auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten handlungsfähig bleiben, verbessern sich die Voraussetzungen dafür, dass Kinder regelmäßig die Schule besuchen, medizinische Versorgung erhalten und in einem sicheren Umfeld aufwachsen können. So trägt das Projekt dazu bei, Kinderrechte im Alltag zu verwirklichen und Familien langfristig zu stärken.







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