Acht Jahre IMANZI: Erster vollständiger Jahrgang schließt Grundschule ab
08.10.2026 – Zum ersten Mal haben Kinder den gesamten Bildungsweg von der Vorschule bis zum Ende der Grundschule auf dem IMANZI Education Campus durchlaufen.
Vor acht Jahren gehörten sie zu den ersten Kindern, die den neu eröffneten Kindergarten von IMANZI besuchten. Heute haben sie als erster Jahrgang ihren gesamten Bildungsweg auf dem IMANZI Education Campus abgeschlossen und wechseln auf weiterführende Schulen.
Am 10. Juli 2026 verabschiedete IMANZI seine Absolventinnen und Absolventen im Rahmen einer gemeinsamen Feier mit Eltern, Geschwistern, Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern aller Klassen. Die Kinder präsentierten Theaterstücke, Musik und traditionelle ruandische Tänze, bevor die Abschlussklassen des Kindergartens und der Grundschule ihre Urkunden erhielten.
Ein Meilenstein für IMANZI
IMANZI entstand als Projekt der Städtepartnerschaft zwischen Mainz und Kigali und trägt deshalb den Namen „IMANZI City of Mainz“. Den Kindergarten eröffnete 2018 die damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. 2021 kam die Grundschule hinzu, 2023 folgte ein Neubau, der die Zahl der Plätze mehr als verdoppelte. Heute lernen auf dem Campus 616 Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 16 Jahren.
Der diesjährige Abschlussjahrgang nimmt in dieser Entwicklung eine besondere Stellung ein. Während frühere Absolventinnen und Absolventen erst später zu IMANZI gekommen waren, haben diese Kinder den gesamten Bildungsweg auf dem Campus durchlaufen. Von den ersten Tagen im Kindergarten bis zum Abschluss der Grundschule lernten sie innerhalb desselben pädagogischen Konzepts.
Damit schließt sich erstmals der Kreis, den IMANZI 2018 begonnen hat.
Warum frühe Bildung so wichtig ist
Gasabo gehört zu den am schnellsten wachsenden Stadtteilen Kigalis. Viele Familien sind auf gute Betreuungs- und Bildungsangebote in ihrer Nähe angewiesen. Gleichzeitig prägen gerade die ersten Lebensjahre, wie Kinder lernen, mit anderen zusammenarbeiten und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.
Deshalb setzen HUMAN HELP NETWORK (HHN) und die STRIVE Foundation Rwanda bereits dort an, wo Bildung beginnt. Gute Gebäude allein reichen dafür nicht aus. Entscheidend ist, was in ihnen geschieht.
IMANZI arbeitet mit einem an die ruandischen Rahmenbedingungen angepassten Reggio-Ansatz. Kinder lernen in Projekten, stellen Fragen, erforschen ihre Umwelt und erfahren, dass ihre Ideen wichtig sind. Neben Wissen fördert IMANZI dabei Selbstständigkeit, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein.
Damit auch Kinder aus Familien mit geringem Einkommen diesen Bildungsweg gehen können, vergibt IMANZI Stipendien. Ihre Zahl soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.
Ein Jahrgang mit außergewöhnlichen Ergebnissen
75 Schülerinnen und Schüler legten in diesem Jahr die landesweite Abschlussprüfung der Grundschule ab. Das sind mehr als dreimal so viele wie in den beiden Vorjahren mit 20 beziehungsweise 22 Kindern.
Alle 75 Kinder erreichten die höchste Bewertungsstufe des ruandischen Prüfungssystems. Im Durchschnitt erzielten sie mehr als 91 Prozent der möglichen Punkte, 56 Kinder erreichten sogar 90 Prozent oder mehr.
Die Ergebnisse sind ein großer Erfolg. Besonders beachtlich ist, dass IMANZI das hohe Niveau der Vorjahre halten konnte, obwohl der Jahrgang mehr als dreimal so groß war.
Der nächste Schritt
Für die Absolventinnen und Absolventen endet mit diesem Tag ein wichtiger Abschnitt ihres Bildungswegs. Alle wechseln nun auf weiterführende Schulen.
In Ruanda werden die Schulplätze zentral durch die staatliche Prüfungs- und Schulaufsichtsbehörde vergeben. Berücksichtigt werden dabei die Prüfungsergebnisse, die Wünsche der Kinder sowie die verfügbaren Plätze an den Schulen. Besonders gute Ergebnisse erhöhen die Chancen auf einen Platz an einer der begehrten Internatsschulen.
Für die Kinder des ersten vollständigen IMANZI-Jahrgangs stehen die Chancen dafür nun besonders gut.
Mehr als gute Noten
Für IMANZI sind hervorragende Prüfungsergebnisse nicht das eigentliche Ziel von Bildung. Schulleiter Bernard Muramira betonte dies auch bei der Abschlussfeier. Wissen und fachliche Leistungen seien wichtig, Bildung gehe jedoch weit darüber hinaus.
Gemeinsam mit den Familien verfolgt die Schule das Ziel, Kinder zu selbstbewussten, verantwortungsvollen und engagierten Menschen zu begleiten, die ihre Zukunft aktiv gestalten können.
Hier entfaltet Bildung ihre langfristige Wirkung. Kinder, die gelernt haben, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen, verfügen über bessere Voraussetzungen für ihren weiteren Bildungsweg, für gesellschaftliche Teilhabe und für ein selbstbestimmtes Leben.
Der Abschluss dieses ersten vollständigen IMANZI-Jahrgangs zeigt deshalb, was möglich wird, wenn Kinder über viele Jahre Zugang zu guter Bildung haben, von den ersten Kindergartentagen bis zum erfolgreichen Abschluss der Grundschule.
